17.01.2008 | Gemeinderat

Erweiterung Stellenplan für psychomotorische Therapie

Die Schulpflege stellte im Gemeinderat einen Antrag zur Erweiterung des Stellenplans für psychomotorische Störungen. Die EVP-Fraktion hat dem Antrag zugestimmt.

Die EVP-Fraktion begründet ihre Zustimmung mit folgenden Argumenten:

 

Die gesellschaftliche Entwicklung läuft in die Richtung, dass heute deutlich mehr Kinder psychomotorische Probleme zeigen als früher. In städtischen Gebieten ist die Zunahme stärker als in ländlichen. Dafür gibt es einleuchtende Gründe:

<typolist>Die Kinder wachsen in einem viel komplizierteren Umfeld auf. Durch Medien und durch alles was um sie herum geschieht im Alltag bekommen schon Kleinkinder extrem viele Sinneseindrücke mit, die sie kaum zu verarbeiten vermögen.

Gleichzeitig werden ihre Fantasie, ihr Bewegungs- und Spieltrieb oft zu wenig angeregt. Sie verbringen viel Zeit mit passivem Konsumieren, mit Spielzeugen, die vieles bieten und wenig fordern und wachsen in eintönigen Wohnlandschaften auf.

Auch schnell wechselnde nahe Bezugspersonen in Patchwork- familien, Krippe, Hort oder Tageseltern wirken sich eher negativ auf die Entwicklung eines Kindes aus.</typolist>

 

Diese Entwicklung können wir nicht einfach stoppen. Was wir können, ist die Probleme frühzeitig erkennen, Massnahmen ergreifen und präventiv wirken. Sinnvoll wäre, wenn man Eltern viel früher in Pflicht nehmen könnte, denn beim Eintritt in den Kindergarten sind Schwierigkeiten schon stark vorgespurt oder wirken sich schon deutlich aus. Leider ist ein so frühes Eingreifen nicht oder noch nicht möglich. Wir können nur im Rahmen der momentanen Möglichkeiten reagieren und schlimmere Folgen versuchen zu verhindern. Die momentanen Möglichkeiten bestehen darin, möglichst früh im Kindergarten zu handeln respektive vorzubeugen. Wenn wir problematische Kinder einfach irgendwie mitziehen in der Schule, bis es gar nicht mehr geht, wachsen die Schwierigkeiten an und die nötigen Massnahmen werden immer teurer. Erwähnt seien hier Massnahmen wie Umplazierung, Sonderschule oder später Lehrabbrüche und arbeitslose und verhaltensauffällige Jugendliche.