25.03.2008 | Presse / Leserbrief

Beten letztlich alle zu demselben Gott?

EVP-Gemeinderätin Christa Maag-Hegetschweiler zum Leserbrief «Ulrich Schlüer und die Minarett-Initiative» (LiZ vom 20.3.2008).

Die Minatett-Initiative ist kein taugliches Mittel, um mit der zunehmenden Zahl von Muslimen in unserem Land zurechtzukommen. Mit dieser Schlussfolgerung von Samuel Spahn bin ich einverstanden. Ebenso mit der Aussage, dass das Schüren von Angst weder den Dialog noch den Frieden unter den verschiedenen Religionen fördert.

Bei der Begründung stelle ich aber sehr in Frage, ob Juden, Christen und Moslems denselben Gott anbeten.

Der Gott der Christen ist ein Gott der Beziehung zu den Menschen. Die Geschichte dieser Beziehung ist in der Bibel aufgeschrieben. Gott will den Menschen nicht beherrschen, sondern in Interaktion mit ihm treten. Damit die Menschen ihn besser verstehen können, kommt er selber in Form des Menschen Jesus auf die Erde. Zudem ist der christliche Gott ein Gott der Gnade. Durch den Tod von Jesus sind den Christen ihre Fehler vergeben. Dazu nötig ist einzig der Glaube und weder Opfergaben noch das Befolgen von Gesetzen.

Die Juden glauben an denselben Gott, in der Thora haben sie das Alte Testament mit den Christen gemeinsam. Sie halten sich noch an die strengen Gesetze aus dem Alten Testament, weil sie nicht an Jesus als Gottes Sohn und an dessen Erlösung glauben. Nach wie vor warten sie auf das Kommen des versprochenen Messias.

Die Moslems haben mit dem Koran eine ganz andere heilige Schrift als die Juden und die Christen. Es kommen Geschichten aus dem Alten Testament darin vor, auch Jesus erscheint als Prophet, nicht aber als Sohn von Gott. Gemäss Koran muss sich der Mensch Gott, respektive Allah unterwerfen und seine Gebote genau erfüllen (rituelle Gebete, Fasten, Almosen geben usw.). Allah will keine Beziehung, kein Interagieren mit den Menschen, er will Gehorsam und Pflichterfüllung.

An Karfreitag feiern wir Christen den Tod des Gottessohnes Jesus und dadurch die Vergebung unserer Fehler. An Ostern feiern wir die Überwindung des Todes durch die Auferstehung von Jesus. Diese Kernaussagen des christlichen Glaubens kann ich in keiner anderen Religion und bei keinem anderen Gott finden.