«Politik ist für mich kein Spiel mit Gewinnern und Verlierern»
Ein Bericht in der «Limmattaler Zeitung» über die Proklamation der SVP eines «Vertrags mit dem Volk» liess ihn handeln: Thomas Wirth, Dietiker EVP-Präsident und -Gemeinderat, schlug in der Gesetzessammlung nach und fand dort den «tatsächlichen Vertrag mit dem Volk», nämlich die Präambel der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. «Diese enthält so viel Substanz für die heutige Politik, dass sie es wert ist, an dieser Stelle wiederholt zu werden», schrieb Thomas Wirth in einer Leserreaktion auf den Zeitungsbericht:
«Im Namen Gottes des Allmächtigen!
Das Schweizervolk und die Kantone,
... in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung,
... im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken,
... im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben,
... im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen,
... gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen,
geben sich folgende Verfassung...»
«Die Präambel ist ein Beispiel für die Verbindung von Christ-Sein und Politik», sagt Thomas Wirth. Die Verfasser waren sich ihrer Verantwortung Gott und ihrem Nächsten gegenüber bewusst. Dies im Wissen, dass man Gott über sich hat! Politikerinnen und Politiker sind heute zu sehr auf die nächsten Wahlen, auf die laufende Amtsperiode fixiert.» Thomas Wirth ist überzeugt, dass Christen in der Politik weniger anfällig sind, sich selber zu überschätzen, sich selber zu wichtig zu nehmen, den Versuchungen der Macht zu erliegen. Das hilft auch, wenn es mal weniger rund läuft: «Eine verpatzte Rede vor dem Dietiker Stadtparlament ist nicht das Ende», schmunzelt Thomas Wirth.
Für viele Politikerinnen und Politiker sei das Ganze ein Spiel geworden, bei dem es gelte, zu gewinnen und andere zu besiegen oder gar fertig zu machen. «Wenn ich spielen will, dann hole ich mir ein Set Jasskarten», sagt Thomas Wirth: «Die Politik aber ist mir zu wichtig, da geht es um die Zukunft, unsere und die unserer Kinder.»




